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*colorblind The City Of Vancouver Living Quarters Wohnungen Bee Williams Wohnung
hoping for the best, but expecting the worst


hoping for the best, but expecting the worst

all the bright lights of the universe
Beiträge:3

flojo
Offline

#1
hoping for the best, but expecting the worst



OOTD ||| Eigentlich war es eine seltsame Begebenheit für Bee. Dass sie Leute quasi einfach auf der Straße aufgriff. Mehr oder weniger zumindest einfach. Und auch nur mehr oder weniger auf der Straße.
Denn Fakt war, vor zwei drei Wochen hatte sie auf einen Donnerstag Abend beschlossen, dass es mal wieder Zeit wurde, dass sie ihre Schwester und Mutter einlud und sie zusammen kochten. Da sie aber irgendwie die Begabte auf diesem Gebiet war, hatte sie sich auch bereit erklärt, dass sie alles einkaufen würde. Also war sie auch zur Feier des Tages anstatt zu dem Supermarkt die Straße runter, eher zu ihrem Lieblingsmarkt in Westend gefahren, um dort alle Zutaten zu kaufen. Und das alles nach der Arbeit, die ihr an diesem Tag besonders viel abverlangt hatte. Denn nicht nur war gefühlt Vollmond gewesen und alle Kids hatten verrückt gespielt. Nein, ihre hellblaue Lieblingsjeans war an diesem Tag dann auch gesäumt von vielen Farbklecksen in Variation von lila, rosa und hellblau zu mintgrün. Wenigstens passten die Farben halbwegs zusammen, sodass es eher nach einem missglückten DIY-Lernprozess aussah, als dass man ihr vorwerfen könnte, sie hätte im lokalen Baumarkt versucht Farbe zu klauen.

Und dann wurde sie natürlich im Supermarkt angesprochen. Aber nicht wegen ihrer Hose voll Fingerfarben, sondern weil es vermutlich seltsam aussah, dass sie neben gefühlten zwölf Avocados noch Pak Choi und rote Beete eingepackt hatte. Jedenfalls unterhielten sie und der Fremde sich ganz angeregt übers Kochen und kamen kaum von der Stelle, obwohl ihr die Müdigkeit des Tages die Knochen ganz furchtbar schwer machte und sie am Liebsten nur schnell ihren Einkauf beenden wollte, um nach Hause zu kommen. Sie tauschten irgendwie Nummern aus, nachdem Bee ganz unschuldig vorgeschlagen hatte, dass sie ja mal zusammen kochen könnten. Immerhin fehlte ihr noch jemand im Freundeskreis, der ebenfalls so gern kochte wie sie. Ihre beste Freundin fläzte immer nur auf der Couch wenn Bee sie zum Kochen einlud.

Und dann hatten sie nach ein paar Tagen Funkstille ein Datum verabredet und irgendwie war heute dieser Tag bekommen und Bee flitzte schon den ganzen Tag durch die Wohnung und putzte noch hinter jedem unersichtlichen Punkt. Wenn sie ein Problem mit irgendwas hatte, dann die Möglichkeit, dass ihre Wohnung nicht zu 100% sauber war, wenn sie Besuch bekam. Das änderte sich auch leider nicht, wenn sie jemanden besser kannte.
Gestern hatte sie schon alles eingekauft, was sie heute zum Kochen brauchten, die heute schon alle auf ihrer Kücheninsel thronten. Es fehlte also im Grunde nur noch – ein Klingeln.
Das musste er wohl sein.
02.05.2018, 08:35

Junior Member
Beiträge:42

Ilma
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#2
RE: hoping for the best, but expecting the worst



Es war nicht Gavins Art, fremde Leute grundlos anzusprechen. Wenn er einen jemanden also ansprach, hatte das immer einen Grund. Ob diese Gründe nun gut waren oder in manch anderer Augen einfach nur fragwürdig, stand auf einem ganz anderen Blatt geschrieben doch wilde Anmachsprüche verteilte er zumindest nie. Gavin war ein aufrichtiger Kerl. Auch an dem Tag an dem er Bee Williams kennen lernte, war er nicht auf mehr aus als zu erfahren wieso sie neben Pak Choi und anderen Dingen noch zwanzig Avocados kaufte. Er hatte schon während sie ihre Waren vor ihm aufs Transportband der Kasse gelegt hatte darüber nachgedacht, wofür sie so viele Avocados bräuchte und auch als sie fertig war und er damit begann den neu gewonnenen Platz auf dem Laufband für seine Waren zu beanspruchen, kam ihm nichts logisches in den Sinn. Also sprach er sie an und hakte nach. Auch erklärte er ganz nebenbei, dass er sie auch dann daraufhin angesprochen hätte wenn sie ein alter und hässlicher Mann gewesen wäre, doch stellte er gleich mal klar dass er dennoch froh war dass es sich bei ihr um eine hübsche Frau handelte.
Das Gespräch über ihre -doch nur zwölf und nicht zwanzig, oder sogar weniger- Avocados fuhren sie noch fort während erst sie und dann er bezahlte. Sie packten ihre Taschen voll mit den Einkäufen, tauschten Nummern aus als wäre es das normalste auf der Welt das zu tun kaum hatte man einen Smalltalk mit jemandem begonnen. Nun gut, in diesen wenigen Minuten waren sie, zugegeben, längst über Smalltalk hinausgegangen und hatten ein intensives Gespräch über die Kochkunst geführt. Als wäre der Austausch der Nummern nicht ausreichend, lud sie ihn frei von der Leber weg zum gemeinsamen Kochen ein. Als ob er da hätte nein Sagen können!

So gewöhnlich ihr Nachname war, so ungewöhnlich jedoch war ihr Vorname. Das fiel ihm auf als er vor ihrer Tür zu Stehen kam. Ob das mit ihren Namen Absicht der Eltern war und sie sich bewusst für diesen Kontrast entschieden hatten oder machten sie sich gar keine Gedanken über diese Kombination? Möglicherweise war sie vielleicht sogar verheiratet und hieß ursprünglich ganz anders? Gavin musste sich beim Betätigen des Klingelknopfes eingestehen, dass er so gut wie gar nichts über die hübsche junge Frau wusste, welche er sogleich in ihrem trauten Heim besuchen würde. Obwohl er wusste dass das hier kein offizielles Date war, war er etwas aufgeregt. Man traf nicht alle Tage jemanden im Supermarkt und ging diesen jemanden kurz darauf dann noch einfach mal so besuchen als wäre man bereits miteinander länger bekannt als nur fünfzehn Minuten (oder vielleicht auch ein wenig länger).
02.06.2018, 14:22

all the bright lights of the universe
Beiträge:3

flojo
Offline

#3
RE: hoping for the best, but expecting the worst



Und Bee behielt recht. Die Person, die sie durch den Spion ihrer Wohnungstür für eine Sekunde beobachten konnte, war Gavin. Der Typ, den sie im Supermarkt kennen gelernt hatte – und dann aus einer sehr seltsamen Laune heraus, einfach zum Kochen eingeladen hatte, nachdem sie lange einfach so übers Kochen und die Kunst dahinter geplauscht hatten. Und sie wusste, dass das entgegen jeder Erziehung ihrer Mutter war – die sie doch immer davor warnte, dass sie aufpassen sollte, mit welchen Männern sie sich abgab und wem sie welche persönlichen Informationen anvertraute.
Und wenn sie wüsste, dass sie einen Mann, den sie vor 20 Minuten im Supermarkt kennen gelernt hatte, spontan einfach so zu sich nach Hause bat. Ihre Mutter würde aus allen Wolken fallen und sie vermutlich direkt zurück ins Elternhaus holen wollen, um sicher zu gehen, dass sie nicht noch mehr solche dummen Entscheidungen traf, während sie allein wohnte. Aber Bee bildete sich ein, dass sie mit ihrem fortgeschrittenen Alter von 28 Jahren einigermaßen einschätzen konnte, wie die Menschen in ihrer Umgebung so tickten. Immerhin war das auf irgendeine weit, weit entfernte Art und Weise ja auch ihr Job. Nur dass es dabei um weitaus potenziell ungefährlichere Geschöpfe ging. Denn gegen ein Kind konnte auch sie mit ihrem zierlichen Körperbau sich noch zur Wehr setzen.

Dennoch fiel ihr, indem Moment, da sie schwungvoll die Tür zu ihren eigenen vier Wänden öffnete, auf, dass sie ja eigentlich nichts über den geheimnisvollen Fremden wusste. Außer, dass er offensichtlich eine Leidenschaft fürs Kochen hegte und Gavin hieß. So viel dazu.
Doch verschlechterte das ihre Laune nicht wirklich, denn sie hatte lange nach jemandem gesucht, der ihre Kochleidenschaft auch nur ansatzweise teilen konnte. Denn das taten bisher weder ihre Eltern, noch Schwester oder beste Freundin. - Dumm gelaufen.
„Gaaavin!“, begrüßte Bee ihren Gast überschwänglich und zog ihn zu einer freudigen Umarmung direkt in ihre Wohnung, und schloss die Tür hinter sich. „Ich hab mir schon einige Gedanken gemacht, aber wollte nix allein bestimmen. Aber eine Frage, was hältst du von philipinisch?“
05.06.2018, 21:06



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