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WILLKOMMEN IM *COLORBLIND. WIR SIND EIN REAL LIFE RPG, DAS IN VANCOUVER SPIELT. BETRETE DIE WELT DIESER KANADISCHEN GROSSSTADT UND ERLEBE DAS LEBEN SAMT GOSSIP, ZUSAMMENHALTSGEFÜHL UND GUTEM KAFFEE. WENN DU EIN TEIL VON VANCOUVER SEIN MÖCHTEST UND ÜBER 18 JAHRE ALT BIST, DRÜCKE AUF DEN REGISTRATIONSBUTTON. WIR FREUEN UNS AUF DICH.


Can I crash on your couch?
Vormittags
Broken-hearted Soldier
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Sophie
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#1
Can I crash on your couch?



Outfit Unter leichtem Ächzten hob Andrew den Riemen der großen Sporttasche auf seine Schulter. Trotz der Schmerzmittel war die Wunde an seinem Bauch noch deutlich zu spüren. Doch der Offizier biss die Zähne zusammen und setzte seinen Weg über die Straße fort. Er wurde gerade aus dem Krankenhaus entlassen und nun konnte er sehen, wo er übernachten würde. Noch wusste niemand, dass Andrew wieder in Vancouver war und vor allem wussten sie nicht, dass er im Einsatz verletzt wurde.
Nun machte er sich jedoch erst einmal auf den Weg zu Rebecca. Er beschrieb sie gern als die Schwester, die er nie hatte und tatsächlich hatten die beiden eine tiefe Bindung zueinander. Er konnte nur darauf hoffen, dass sie gerade zuhause war und er nicht vor verschlossenen Türen stehen blieb. Ansonsten würde er sich zwangsweise ein Hotel nehmen, was für ein paar Nächte auch in Ordnung wäre. Doch Andrew konnte momentan nicht besonders gut alleine sein. Wenn niemand um ihn herum war, der ihn ablenken konnte, dann kehrten all die Erinnerungen zurück und übermannten ihn. Die Freunde die er verloren hatte, die vielen anderen Opfer, die Menschen die er selber hatte erschießen müssen, seine eigene Verletzung.
Tief atmete Andrew durch, versuchte seine Gedanken zu ordnen und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Eine Panikattacke in der Öffentlichkeit war nun nicht das, was er anstrebte.
Sein Blick legte sich auf das Straßenschild vor ihm. Gleich war er da. Ein halbes Jahr hatte er Becky nun nicht sehen können und er freute sich unglaublich darauf, sie gleich hoffentlich in die Arme schließen zu können. Gleichzeitig war er allerdings auch ein wenig nervös, weswegen war ihm jedoch unklar.

Leicht biss sich der Offizier auf die Unterlippe, als er die Sporttasche neben sich auf den Boden sinken ließ, ehe er seinen Finger auf den Knopf der Klingel legte und ihn im nächsten Augenblick drückte.
Geduldig trat er einen Schritt von der Haustür wieder zurück und schob seine Hände in die Taschen seiner Hose, während er darauf wartete, dass ihm die Tür aufgemacht wurde. Ob es komisch werden würde, Becky wieder zu sehen? Nein, sicherlich nicht. Immerhin kannten sie sich so gut und es waren 'nur' 6 Monate gewesen, in denen er fort war. Was sie wohl alles zu berichten hatte?
Andrew konnte sein Herz aufgeregt in seiner Brust klopfen spüren und erneut zwang er sich dazu, tief durchzuatmen, um wieder ein wenig runter zu kommen.
Ein breites Lächeln umspielte seine Lippen, als er sah, wie die Tür geöffnet wurde und er im nächsten Moment schon das braune, leicht gelockte Haar seiner selbst ernannten Schwester sehen konnte.
"Hey, Becky"
02.08.2018, 21:23

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Jamie
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#2
RE: Can I crash on your couch?



Outfit


Immer wieder drifteten ihre Gedanken ab und vor ihrem inneren Auge sah sie blaue Augen und feine Grübchen, ein kesses Lächeln und starke Schultern,… Rory ging ihr durch Mark und Bein und war der Schuld daran, dass sie mit ihrer Arbeit nicht fertig wurde. Sie starrte auf das geöffnete Schreibprogramm und starrte die ersten beiden Sätze des letzten Abschnittes ihres Artikels an. Dann seufzte sie, trank einen Schluck aus ihrem Rotweinglas und blickte einen Moment lang auf ihr stummes Handy. Keine Nachricht von ihm… ob sie ihm mal schreiben sollte? Nein. Der Feuerwehrmann würde sich sicher bei ihr melden, wenn er denn konnte und sie wollte ihm nicht hinterher rennen. Im Allgemeinen war sie gerade sehr bemüht, sich nicht zu sehr hinein zu steigern, in was auch immer da gerade lief, denn nach der Sache mit Frank hatte sie ziemlich Angst wieder verletzt zu werden oder sich vollends zum Affen zu machen.
Gerade legten sich ihre Hände auf die Tastatur und sie setzte erneut zum Tippen an, als Bonnie den Kopf anhob und es auch schon zeitgleich schellte. Also erhob Becky sich von ihrem Bett und ging barfuß den Flur entlang. Sie trug eine bequeme Jeans und eine weiße Bluse, am Vormittag war sie noch zum Frühstücken verabredet gewesen und hatte sich danach direkt an ihren Artikel gesetzt und keine Zeit gefunden sich umzuziehen, aber immerhin hatte sie es ja geschafft die Schuhe auszuziehen. Der Türöffner war defekt, sodass sie nach unten laufen und die Türe öffnen musste und mit der Person, die dort vor ihr stand hatte sie nun wirklich nicht gerechnet.

„Andrew?...“ Da stand er, der Soldat, der für den Frieden in den Krieg gezogen war und um den sie alle so sehr bangten und Angst hatten. Mit ihrem selbsternannten Bruder hatte der Lockenkopf nicht gerechnet und Tränen der Freude schossen ihr in die Augen, als sie realisierte, dass er wirklich vor ihr stand. „Das gibt es ja gar nicht!“, rief sie noch aus und schon schmiegte sie sich dicht an seine Brust, unwissend, aus welchem Grund er überhaupt da war und dass er verletzt war. Sie schluchzt kurz und versuchte sich dann zusammen zu reißen. Er war zurück,… lebendig und groß und stark und wieder für sie da. Endlich!
Becky löste sich von ihm, nahm sein Gesicht in ihre Hände und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Dafür musste sie sich auf Zehenspitzen stellen, aber dann bat sie ihn schließlich rein, denn sie würde ihn nicht vor der Türe mit Fragen löchern wollen. „Ich bin alleine zuhause, meine Mitbewohner sind unterwegs… Bonnie wird ausflippen, wenn sie dich sieht.“ Da hörte man die Berner Sennenhündin auch schon jaulen und bellen. Sie war vernarrt in den anderen und würde ihn sicher gleich umwerfen wollen, sobald sie ihn erblickte. Barfuß lief Becky vor ihm die Treppen nach oben und öffnete schließlich die Tür, gab ihrer Hündin allerdings noch den Befehl sitzen zu bleiben und obwohl der Schwanz freudig hin und her fächerte und der Kopf immer wieder auf und ab wippte, blieb sie brav sitzen und ließ den Gast eintreten.
02.08.2018, 22:21

Broken-hearted Soldier
Beiträge:15

Sophie
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#3
RE: Can I crash on your couch?



Sein Lächeln wurde noch eine Spur breiter, als sie ungläubig seinen Namen sagte. Andrew konnte nur nicken, spürte selber, wie sich Tränen in seinen Augen zu sammeln drohten. Und im nächsten Moment hatte sie schon ihre Arme um den anderen gelegt.
Andrew unterdrückte es, zusammenzuzucken, da er den Schmerz in seinem Bauch deutlich spüren konnte. Er wollte diese Umarmung nicht wegen einer Schussverletzung beenden müssen; nicht, nachdem sie sich ein halbes Jahr lang nicht sehen konnten!
"Gott, ich hab dich vermisst Becky", lächelte er und erwiderte die Umarmung, auf die er sich schon gefreut hatte, als er vor 6 Monaten in den Flieger gestiegen war.
Schon schulterte er den Riemen seiner Sporttasche und folgte der Dunkelhaarigen in das Haus, hinauf zu ihrer Wohnung.
Er musste ein wenig lachen, als er nach Beckys Worten über ihre Berner Sennenhündin, besagtes Tier oben jaulen hören konnte.
"Ich hör's schon", entgegnete er schmunzelnd und folgte dem Lockenkopf die Treppen hinauf. Er hatte Bonnie über die 6 Monate vermisst, genauso wie jeden anderen. Die Berner Sennenhündin war eine gute Seele und er hatte sie augenblicklich in sein Herz schließen können.
Andrew betrat die WG seiner Freundin und ließ die Tasche wieder von seiner Schulter gleiten, ehe er sich vorsichtig hinabbeugte, um Bonnie begrüßen zu können. Er war zugegebenermaßen froh, dass Becky ihr den Befehl gegeben hatte, zu sitzen. So würde er von der Hündin nicht komplett überrannt werden. Denn so gerne er auch mit ihr tollen würde, es war ihm zur Zeit einfach nicht möglich.

Mit einem tonlosen Seufzen richtete er sich wieder auf und sah zu Becky.
"Ich ehm.. sollte dir vielleicht sagen, wieso ich schon zurück bin. Eigentlich hätte ich nämlich noch 2 Wochen in Afghanistan gedient", begann er das ihm jetzt schon mehr als unangenehme Gespräch. Wann immer er über den Grund seiner Rückkehr sprach, musste er die Ereignisse aus seinem Einsatz erneut durchleben.
"Können wir uns setzen?", fragte er, immerhin wollte er dieses Gespräch nicht unbedingt im Flur abwickeln.

Tief atmete er durch, als er sich gesetzt hatte und sah schließlich zu seiner 'Schwester'.
"Ich.. ich bin früher hier, weil ich während des Einsatzes angeschossen wurde. Ein glatter Durchschuss in den Bauch", überwand sich Andrew schließlich. Allein beim Erzählen konnte er den Schuss in seinem Kopf hören, spürte das Gefühl der Kugel, die durch seinen Körper geschossen wurde. Kurz fuhr er sich mit seinen Händen übers Gesicht, versuchte die Erinnerungen zu vertreiben.
"Ich kam ins Lazarett und wurde kurz darauf hier her geflogen. Ich lag ein paar Tage im Krankenhaus und wurde vorhin entlassen... Mir geht es soweit den Umständen entsprechend. Allerdings brauche ich noch einen Schlafplatz. Nur für eine Nacht, oder vielleicht zwei.. oder so. Ich bin noch auf Wohnungssuche... Aber ich will wirklich nicht lange bleiben, ich bin momentan kein unbedingt.. angenehmer Übernachtungsgast", gestand er und spielte damit auf seine Alpträume und die Schlafstörungen an, von denen Becky nichts wissen konnte. Und eigentlich wäre es ihm auch am liebsten, sie würde diese Träume gar nicht erst kennen lernen müssen. War es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen, hier her zu kommen? Hätte er doch lieber direkt ein Hotel ansteuern sollen?
03.08.2018, 00:12

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Jamie
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#4
RE: Can I crash on your couch?



Auch sie hatte ihn so sehr vermisst und seine Überraschung war ihm auf jeden Fall gelungen. Rebecca hatte das Datum seiner Rückkehr nicht gekannt und der Grund für eben jene würde sie schon bald erschüttern. Zunächst aber sah sie glücklich zu, wie Andrew die aufgeregte Hündin begrüßte. Bonnie schlabberte ihn sofort ab und schaffte es auch nicht still sitzen zu bleiben, dafür sprang sie ihn aber nicht an und stieß ihn stattdessen immer wieder im Vorbeigehen an, damit er sie kraulte.
Becky war aufgefallen, dass ihr Freund sich sachte bewegte und als er sich endlich wieder aufrichtete und mit ihr sprach ahnte sie, dass etwas nicht stimmte. "Ehm, ja klar. Lass uns durchgehen in mein Zimmer, dann kann Bonnie raus auf die Terrasse, ich weiß nicht wann die anderen wieder kommen. Willst du was trinken?" Er war frühzeitig heimgekommen? Ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit und gemeinsam gingen sie durch die Wohnung und in ihr Zimmer. Sie hob den Laptop vom Bett und stellte ihn auf ihren Schreibtisch, der Text wurde automatisch gespeichert und so hatte sie keine Sorge, dass etwas verloren gehen könnte. Als Andrew sich dann schließlich auf die Bettkante gesetzt hatte setzte sie sich ihm gegenüber auf ihren Schreibtischstuhl, während Bonnie wie erwartet auf der Terrasse verschwand. "Was ist los?"

Und dann begann er zu erzählen und Beckys Augen weiteten sich mit jedem Wort. Er war angeschossen worden und hatte es überlebt,... Man konnte ihm ansehen wie schlecht es ihm eigentlich ging und mit jedem Wort schien die Maske des taffen und starken Mannes für einen Augenblick zu fallen. "Oh mein Gott!" Sie hielt sich geschockt die Hand vor den Mund und nickte, als er weiter sprach. "Natürlich kannst du hier bleiben, solange du willst!" Schon war sie aufgesprungen und hatte sich zu ihm gesetzt, um ihn erneut zu umarmen, aber diesmal deutlich vorsichtiger.
Rebecca war sich der Gefahr des Einsatzes bewusst gewesen doch war sie so positiv eingestellt, dass sie keinen Gedanken daran verschwenden wollte, dass ihm etwas hätte passieren können. Sie wollte nun gar nicht daran denken, was wohl gewesen wäre, wenn,.... Nein. Sie bemerkte ihr schluchzen, diesmal waren es keine Tränen der Freude und sie vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter. Das war einfach zuviel in den letzten Wochen und es ließ sich nicht mehr aufhalten. "Tut mir leid...", entschuldigte sie sich und versuchte sich wieder zu fangen. " Erst Nate, dann du,..." Sie wischte sich die Tränen von den Wangen und atmete durch. Ihr bester Freund hatte ihr erst vor kurzer Zeit von seinem Unfall erzählt und das war so abgefuckt gewesen, dass Becky keine Zeit hatte, um wirklich darüber nachzudenken.
"Ich bin so froh, dass du hier bist! Bleib hier, solange es nötig ist." Das war leicht gesagt und nicht überlegt, aber im Moment egal und sie würde auch für Andrew stark sein wollen, wenn es sein musste.
03.08.2018, 09:45

Broken-hearted Soldier
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Sophie
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#5
RE: Can I crash on your couch?



Immer wieder hatten sich seine Hände kurz in das Fell der Berner Sennenhündin vergruben, wenn sie sich im Vorbeigehen gegen sein Bein geschmiegt und nach Streicheleinheiten verlangt hatte. Ganz offensichtlich hatte Bonnie ihn genauso vermisst, wie er sie.
"Ja, gerne", entgegnete er auf ihre Frage hin, ob er etwas trinken wollte.

Mit dem Wasserglas in der Hand saß er nun auf der Bettkante und erzählte seine Geschichte. Andrew ging nicht zu sehr ins Detail, weil er zum einen sie vor den Einzelheiten verschonen wollte und zum anderen sich selbst vor den Bildern, die in seinem Kopf herumspukten.
Er beobachtete, wie sich Becky vor Schreck die Hand vor den Mund schlug, die Augen geweitet. Und im nächsten Moment saß sie schon neben ihm, versicherte ihm, er könne so lange hier bleiben, wie er wollte.
"Danke", sprach er erleichtert und erneut lagen die Arme seiner Freundin um ihn. Sachte erwiderte er die Umarmung, ließ eine Hand beruhigend über ihren Rücken streichen. Er konnte spüren, wie ihr Körper unter seinen Armen bebte, als sie begann zu schluchzen.
"Shh... Hey, es ist alles gut. Ich komm wieder in Ordnung, keine Sorge", versuchte er Rebecca wieder ein wenig zu beruhigen. Auch wenn 'es ist alles gut' wohl ein wenig übertrieben war.
"Ich bin ja wieder da", meinte er in beruhigendem Ton und legte seinen Kopf sachte auf ihren. Er würde sie die Umarmung auflösen lassen, wollte ihr solange Halt geben, wie sie ihn brauchte.
"Du musst dich nicht entschuldigen", versicherte Andrew seiner Schwester, als sie sich wieder voneinander lösten.
Er beobachtete, wie sie sich die Tränen von den Wangen wischte und hätte ihr am liebsten ein Taschentuch angeboten, wenn er eines dabei hätte.
"Danke", meinte er erneut und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. "Ich kann einfach auf der Couch schlafen, das würde mir schon reichen. Aber geht das auch mit deinen Mitbewohnern in Ordnung? Ich meine..", er unterbrach sich selbst und biss sich kurz auf die Unterlippe, ehe er leise seufzte. "Ich habe Alpträume Becky... und Schlafstörungen, bin immer wachsam und bekomme bei lauten Geräuschen Panikattacken. Ich bin wirklich kein angenehmer Gast...", warnte er sie schließlich vor und versuchte die Bilder seiner Träume aus seinem Kopf zu vertreiben.
Oft genug wachte er mitten in der Nacht von einem Alptraum auf und konnte danach nicht mehr einschlafen. Jedes mal, jedes verdammte mal, wenn er seine Augen schloss, spielten sich die Szenen des Krieges in seinem Kopf erneut ab. Nebenbei hielt ihn seine Hypervigilanz wach und aufmerksam, immer bereit für den Gegenangriff. Manchmal bekam er nur Schlaf, weil sein Körper nicht mehr konnte, ihn zu einer Ruhephase zwang. Inzwischen hatte er Medikamente, die ihm halfen einzuschlafen, doch die Alpträume konnten sie nicht vertreiben.
03.08.2018, 10:51

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Jamie
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#6
RE: Can I crash on your couch?



Es war sehr rücksichtsvoll von ihm, dass er ihr vorerst Einzelheiten ersparte, denn es wären zu viele Informationen auf einmal geworden für die junge Frau. Sie wollte sich im Moment nicht ausmalen, es Andrew dort erlebt haben musste und fand es schon schrecklich genug, dass er verletzt worden war. Seine Arme um ihren schlanken Körper gaben ihr Halt und so fing sie sich auch schnell wieder. Für sie war es selbstverständlich, dass Andrew bei ihr übernachten konnte und mit seiner Verletzung würde sie ihn garantiert nicht auf der Couch schlafen lassen. Sie kannten sich schon eine gefühlte Ewigkeit und es stellte für sie kein Problem dar, ihn bei sich schlafen zu lassen.

Ihn so leiden zu sehen tat ihr schrecklich weh und automatisch legte sich ihre Hand auf seine und hielt sie fest. "Wenn es für dich okay ist, kannst du hier schlafen. Das Bett ist doch groß genug und es ist doch nichts neues,... Hier hast du deine Ruhe und die Couch ist eh schrecklich unbequem." Sie lauschte seiner Erklärung und schwieg für den Moment. Man hatte ja schon Mal von Soldaten gelesen, die nach dem Krieg unter Albträumen litten und konnte es zwar nicht nachempfinden, aber hatte Verständnis dafür.
"Vielleicht ist es dann genau das richtige, dass du nicht alleine bist meine ich. Und wenn du alleine sein willst, dann gehe ich auf die Couch. Ich dulde keine Wiederrede,..." Sie lächelte ihren Wahlbruder an und stand dann auf, um ihren Schrank zu öffnen. "Wie viel Platz brauchst du?...", fragte sie, während sie mit dem Rücken zu ihm stand und eine Kiste rauszog, die dort nicht mehr stehen sollte. Es klebte ein Zettel auf ihr mit dem Namen 'Frank' und Becky schob sie mit dem Fuß achtlos zur Seite, damit schonmal ein Regalfach frei wurde. Sie hatte ja keine Ahnung, was genau Andrew quälte und war dementsprechend zuversichtlich, dass das alles problemlos klappen würde. Sie schnaubte leise und strich sich einige störrische Locken hinter die Ohren, als sie an den Inhalt der Kiste dachte und vor allem an den Besitzer. Im Vergleich zu Nate und Andrew waren ihre Probleme allerdings Peanuts.
03.08.2018, 16:01

Broken-hearted Soldier
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Sophie
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#7
RE: Can I crash on your couch?



Sein Blick huschte zu Beckys Hand, als er sah, wie sie diese auf seine legte, ehe seine Augen wieder in ihre schauten.
"Danke", lächelte er, als sie ihm anbot, in ihrem Bett zu schlafen. Und sie hatte recht, es war nichts neues, dass sie sich für ein paar Nächte ein Bett teilten.

Stumm sah er den Lockenkopf nach seiner Erklärung an, wartete darauf, dass sie etwas sagen würde. Er hoffte, dass er sie damit nicht verschreckt hatte. Natürlich würde er es ihr nicht übel nehmen, wenn sie sich darauf nicht einlassen wollte, doch ganz im Gegenteil meinte sie nun, dass er gerade deswegen nicht alleine sein sollte.
Vermutlich hatte sie recht damit. Wenn er alleine war, hatte er niemanden, mit dem er reden oder sich ablenken konnte. Dann wäre er seinen Gedanken überlassen und das ging nicht. Nicht jetzt.
Also nickte Andrew und schenkte seiner Schwester ein kleines Lächeln, als sie ihn dazu ermahnte, sie würde keine Widerrede dulden.
"Alles klar, Chef."
Sein Blick folgte der Dunkelhaarigen, als sie sich erhob und zu ihrem Kleiderschrank ging, welchen sie sogleich öffnete.
"Nicht viel. Ich hab' bisher nur das, was in der Sporttasche ist", entgegnete er und sah wachsam dabei zu, wie sie eine Kiste aus dem Schrank räumte. Andrew konnte sehen, dass ein Zettel auf der Kiste klebte, auf dem irgendetwas geschrieben stand. Doch er wollte nicht neugierig sein und sie fragen, was das für eine Kiste war. Es ging ihn auch nichts an.
Dass sie die Kiste jedoch ziemlich achtlos einfach mit dem Fuß wegschob, sprach wohl dafür, dass in der Kiste nichts war, was ihr wichtig war. Ansonsten wäre sie sicherlich vorsichtiger, würde die Kiste vielleicht tragen, anstatt sie mit dem Fuß über den Boden zu schieben.
"Ich kann mir vorstellen, dass das schon reicht", überlegte der Offizier, als er einen kurzen Blick auf das frei gewordene Regal erhaschen konnte.
Wirklich viel hatte er nun einmal nicht dabei. Der Rest war bei seinen Eltern untergebracht. Eigentlich hatte Andrew nämlich vorgehabt, nach seinem Einsatz seine Eltern zu besuchen, um sich dort sein Zeug abzuholen, ehe er Urlaub machen würde. Dass daraus nichts wurde, war wohl mehr als klar.
Jetzt würde er sich jedoch erstmal ein wenig auskurieren, währenddessen eine Wohnung suchen und seine Eltern besuchen. Immerhin wussten die bisher auch noch nicht, dass Andrew wieder zurück war.
Am liebsten würde er einfach zu ihnen fahren, doch Reisen war momentan unglaublich anstregend für ihn. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sie später anzurufen und ihnen von seiner Rückkehr zu berichten. Er wollte sie nämlich nicht noch länger mit dem Gedanken quälen, ihr Sohn sei noch in Afghanistan. Letztendlich würde der Anruf wohl darin resultieren, dass er sich noch am selben Abend ein Zugticket Richtung Kelowna buchen und seine Reiseunfähigkeit ignorieren würde. Es waren schließlich seine Eltern.
03.08.2018, 19:24

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Jamie
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#8
RE: Can I crash on your couch?



Der Platz in ihrem Schrank sollte fürs Erste reichen und so ließ sie Andrew für den Moment alleine, damit er in Ruhe seine Sachen ausräumen konnte und einfach etwas Zeit für sich hatte. Während Becky also in die Küche verschwand, um ein kleines Abendessen zuzubereiten, wich Bonnie dem Gast nicht von der Seite. Es schien so, als würde die Hündin spüren, dass es ihm nicht gut ging und so forderte sie immer wieder Streicheleinheiten von ihm ein und legte sich schließlich irgendwann vor seine Füße.
Das Abendessen fiel entspannt aus und vielleicht hatte Andrew ja seine Eltern bereits angerufen und ihnen mitgeteilt, dass er Zuhause war. Dass ihr geliebter Sohn keine Menschen mehr erschießen musste und sich selbst keiner Gefahr aussetzen musste. Becky war derweil duschen gegangen und kam irgendwann mit noch leicht feuchten Haaren, einem lockeren Shirt und einer kurzen Shorts zurück in ihr Zimmer. Die Küche war schon längst aufgeräumt und sicher würden bald ihre Mitbewohner heimkommen.
"Alles soweit erledigt?", fragte sie ihren Wahlbruder beiläufig und kämmte ihre Locken mit einem groben Kamm. Die Finger kneteten von unten die Spitzen, um die Sprungkraft zu unterstützen und schließlich wurde der Kamm beiseite gelegt, als sie ihr blinkendes Handy sah. Der Absender der Nachricht zauberte ihr ein Lächeln auf die Lippen und sie tippte eine kurze Antwort.
"Ich habe da wen kennen kennengelernt." Das Handy wurde beiseite gelegt und sie setzte sich im Schneidersitz auf ihr Bett. Es war einiges passiert in den letzten Wochen und sie wusste gar nicht, was sie Andrew als erstes erzählen wollte. Sie wollte ihn auf jeden Fall auf andere Gedanken bringen und auch, wenn sie vor wenigen Stunden sehr zuversichtlich war, was seine Albträume und Probleme betraf, war sie nun doch etwas verunsichert. Andrew war irgendwie,... Anders. Wachsam traf es wohl ganz gut. Seine Augen und Ohren waren im Grunde überall und er war einmal sogar zusammen gezuckt, als Bonnie überraschend aufgesprungen war, weil sie etwas gehört hatte. Dennoch konnte sie die Anspannung gut überspielen und hoffte, dass es halb so wild war, wie er es ihr gesagt hatte.
"Er heißt Rory und ist Lieutenant bei der Feuerwehr, in einer Spezialeinheit.", erzählte sie weiter. "Wir haben uns im Park kennen gelernt, als ich ihm aus Versehen einen Ball an den Kopf geworfen und Bonnie ihn dann umgerannt hatte." Ihre Augen strahlten und ein Grinsen lag auf ihren Lippen, als sie daran zurück dachte.
05.08.2018, 18:49

Broken-hearted Soldier
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Sophie
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#9
RE: Can I crash on your couch?



Andrew hatte sich von Beckys Bett erhoben, als sie ihn mit sich alleine gelassen hatte, und begann damit, seine Klamotten in den Schrank zu räumen, nachdem er sich seine Sporttasche geschnappt hatte. Immer wieder musste er jedoch der Berner Sennenhündin kraulen, die stetig nach seiner Aufmerksamkeit fragte.
Neben seinen Klamotten beherbergte seine Sporttasche auch noch seinen Laptop, Ladekabel, sowie seinen Kulturbeutel und Handtücher. Diese Sachen ließ er jedoch vorerst in der Sporttasche und schob sie neben den Schrank.
Kurz atmete er durch, ehe er zu seinem Handy griff und die Nummer seiner Eltern wählte. Er musste mit ihnen sprechen, unbedingt! Andrew fühlte sich schon schuldig, dass er es im Krankenhaus nicht geschafft hatte, doch dort hatte er die meiste Zeit mit Schlafen verbracht und wenn er mal wach war, dann hatten die Medikamente seine Gedanken vernebelt.
Aufgeregt hielt er das Handy an sein Ohr, wartete auf das Freizeichen und als er wenige Momente später vernahm, wie eine Frauenstimme 'Hallo?' sprach, legte sich augenblicklich ein breites Lächeln auf seine Lippen.
"Hey, Mum."
Er erklärte ihr, dass er wieder in Vancouver war und hörte kurz darauf schon, wie sie unter Tränen ihren Mann zu sich rief, damit er mithören konnte.
Andrew erzählte seinen Eltern, dass er angeschossen wurde und aus dem Grund schon früher wieder zurück kam. Er würde für ein paar Tage bei Rebecca schlafen und sich nach einer Wohnung in Vancouver umsehen. Außerdem wolle er seine Eltern in Kelowna besuchen kommen.
Es war ein langes Gespräch und Andrew hatte sich irgendwann auf das große Bett seiner Wahlschwester gelegt.
Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann beendeten sie ihr Telefongespräch.
Kurz darauf folgte ein entspanntes und leckeres Abendessen, danach verschwand Rebecca im Bad und er in ihrem Schlafzimmer.

Andrew sah von seinem Handy auf, als Becky den Raum mit noch feuchtem Haar betrat.
"Ja, alles fertig", schmunzelte er leicht. Sein Lächeln wurde jedoch eine kleine Spur breiter, als er sah, wie sie lächelnd auf ihr Handy sah und irgendetwas tippte. Schien so, als würde sie mit jemandem schreiben, den sie sehr mochte.
Nur wenige Momente später folgte auch schon ihre Erklärung, sie habe da jemanden kennengelernt.
Sie setzte sich zu ihm auf das Bett und aufmerksam lauschte er ihrer kurzen Erzählung. Ihre gute Laune, die sie beim Erzählen bekam und das breite Grinsen auf ihren Lippen steckten ihn an und so zuckte auch an seinen Mundwinkeln ein Lächeln.
"So so, mein kleines Schwesterchen hat sich also einen Lieutenant angelacht", schmunzelte der Offizier. "Du scheinst ihn zu mögen, das freut mich", fügte er lächelnd hinzu.
"Aber wenn er dich auch nur einmal falsch ansieht, lernt er mich kennen!", witzelte Andrew und hob drohend den Finger.
Doch auch wenn das hier nur Spaß war; er würde sich den Typen wirklich vorknöpfen, wenn er Becky in irgendeiner Weise weh tat.
05.08.2018, 22:04

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Jamie
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#10
RE: Can I crash on your couch?



Es war die letzten Tage immer so gewesen, wenn sie an Rory dachte, dass sie gelächelt hatte. Er war ihr erster Gedanke an Morgen und der letzte vor dem Einschlafen, was aber auch daran lag, dass sie sich gerne immerzu schrieben, wenn sie sich nicht sahen.
Schmunzelnd neigte sie den Kopf bei Andrews Worten und legte beschwichtigend eine Hand auf seinen Unterarm.
"Er ist ein wirklich toller Mann und er bemüht sich sehr um mich,... Er hat mich vor kurzem aus einem Club abgeholt, als ich Frank begegnet bin..." Ihr Blick huschte zu Bonnie, die schnarchend in ihrer Ecke lag. Andrew kannte Frank vom hörensagen, aber wohl noch nicht die Geschichte, die wirklich bedeutend war und die sie Andrew bewusst verschwiegen hatte. Sie hatte Frank immer nur als einen Bekannten erwähnt, weil sie wusste, dass Andrew die Wahrheit nicht gut geheißen hätte und im Grunde hatte Becky ja hier schon geahnt, dass es nicht richtig war, was sie getan hatte. Sie hatte es aber dennoch gewollt, weil sie geblendet gewesen war.
" ...uhm,... Frank und ich hatten eine Affäre. Ich bin im Nachhinein nicht stolz drauf und will jetzt auch keine Standpauke von dir,... die kurze Fassung ist, dass er eben nicht nur ein Freund für mich war und wir regelmäßig miteinander ins Bett sind, sondern dass ich mehr wollte, es ihm gesagt habe und er sich fast schon in Luft aufgelöst hat. Ich hatte wohl einen Knick in der Wahrnehmung und dachte, dass er mich genauso mochte... Stattdessen ist er abgehauen. Ich habe meine Europareise genutzt um Abstand zu gewinnen (ooc.: Becky war von Anfang März bis Ende Mai in Europa unterwegs beruflich und hat ihm beim Essen davon erzählt) und als ich dann wieder gekommen bin, habe ich Rory kennengelernt... Na ja. Ich war feiern mit Freundinnen, hatte über vier Monate nix von Frank gehört und dann treffe ich ausgerechnet auf ihn im Club. Da war immer noch diese bescheuerte Anziehungskraft zwischen uns und ich wusste, dass das nicht gut gehen würde,... Wir haben ein wenig gestritten und dann wollte ich einfach nur nach Hause und wie er eben ist wollte er mich absolut nicht alleine gehen lassen, weil es zu gefährlich sei und so... Da hab ich Rory eine Nachricht geschickt und kaum zehn Minuten später stand er da in Einsatzkleidung mitten im Club, um mich abzuholen..." Sie grinste erneut und holte endlich Mal Luft, damit Andrew vielleicht etwas sagen konnte. Becky sprach so gerne mit ihm, weil er ihr aufmerksam zuhörte und ihr auch Dinge antwortete, die sie vielleicht nicht hören wollte. "Es tut mir leid, dass ich dir das mit Frank nicht gesagt habe.", fügte sie noch entschuldigend hinten an und wartete auf seine Reaktion.
06.08.2018, 19:33

Broken-hearted Soldier
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Sophie
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#11
RE: Can I crash on your couch?



Aufmerksam hörte er seiner Wahlschwester zu, als sie ihm erzählte, wie Rory war. Er schien gut für sie zu sein, so wie sie ihn beschrieb. Und es freute den Offizier, dass sie jemanden gefunden hatte, der sie Glücklich machte und für sie da war, wenn sie ihn brauchte.
Doch dass sie abgeholt werden wollte, weil sie auf Frank getroffen war, ließ seine Brauen sich leicht zusammen ziehen. Fragend sah sie die Brünette an, die mit ihr Augenmerk für einen kurzen Moment auf die Berner Sennenhündin legte. War etwas zwischen ihnen vorgefallen? Doch Andrew schwieg und wartete darauf, ob Becky es ihm von selbst erzählen würde.
Und tatsächlich hob sie im nächsten Moment die Stimme, und erklärte, was mit Frank vorgefallen war.
Andrew kannte diesen Kerl eigentlich gar nicht, hatte ihn nie getroffen oder gesehen und nur von Beckys Erzählungen von ihm mitbekommen. Sie hatte ihn stets als Bekannten bezeichnet, doch nun stellte sich heraus, dass zwischen den beiden mehr lief.
Er spürte, wie sich unweigerlich seine Kiefermuskulatur anspannte, als sie sagte, Frank sei einfach abgehauen, als sie ihm gestanden hatte, dass sie sich zu ihm hingezogen gefühlt hatte.
Doch Andrew schwieg weiterhin, ließ den Lockenkopf vor sich einfach erzählen.
Tief atmete er durch, als Becky ihre Erzählung beendete, sortierte seine Gedanken und erhob schließlich selbst seine Stimme.
"Es ist okay, dass du mir nicht von Frank erzählt hast. Jeder hat schließlich so seine Geheimnisse. Die hast du, und die habe auch ich. Aber ... mein Gott, Becky, wenn in der Bar was passiert wäre? Ihr habt euch gestritten, aber was, wenn er dabei auch noch handgreiflich geworden wäre?", Andrew seufzte leise. Er war nur froh, dass Rory sie abgeholt hatte und es somit nicht Frank gewesen war, der die junge Frau nach Hause begleitet hatte.
"Kannst du Frank überhaupt einschätzen?", fragte er nun. Vielleicht war er ja gar nicht die Art Kerl, dem gerne mal die Hand ausrutschte. Möglicherweise war er ja sonst ein ganz normaler Typ?
25.08.2018, 09:40

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Jamie
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#12
RE: Can I crash on your couch?



Sie hatte ernsthaft ein schlechtes Gewissen, weil sie Andrew belogen und nicht alles über Frank erzählt hatte, aber sie hatte ihre Gründe gehabt und ihr war auch bewusst, dass jeder seine Geheimnisse haben musste. Sie wusste auch, dass ihr Wahlbruder nur das Beste für sie wollte und vielleicht hätte sie besser auf ihren Verstand hören sollen, der ihr damals gesagt hatte, dass er die Affäre mit gutem Grund nicht gut gefunden hätte. Jetzt war das Ganze aber nicht mehr zu ändern,…
„Es ist ja nichts passiert. Ich glaube, dass es für mich schlimmer war als für ihn,…“, gestand sie noch murmelnd und schüttelte dann mit dem Kopf. „Ich habe mittlerweile nicht mehr das Gefühl, dass ich Frank kenne. Er hat sich stark verändert in den vergangenen Monaten. Ich mochte es sehr an ihm, dass er so… ein Arschloch war, solange sich das nicht gegen mich richtete. Aber ich habe das Gefühl, dass er auch Geheimnisse hat,… wir haben uns ja auch freundschaftlich wirklich gut verstanden, dachte ich zumindest,… keine Ahnung, ob er handgreiflich geworden wäre. Aber es ist ja nichts passiert.“ Sie seufzte. „Ich hab noch Kram von ihm hier, den wollte er die Tage abholen kommen und das war es dann.“ Es tat gut, ihm von der Sache zu erzählen und es verhalf ihr, nochmal einen anderen Blick auf die Situation zu bekommen. Seine Frage war durchaus berechtigt, denn wenn Becky darüber nachdachte kannte sie Frank doch nicht soooo sehr, wie sie glaubte.

Die junge Frau unterdrückte ein Gähnen und rieb sich dann die Augen. „Wollen wir noch einen Film schauen? Oder weiter quatschen?“ Sie würde es ihrem Übernachtungsgast überlassen, wie der Abend weitergehen sollte, ihr war jedenfalls beides recht. Sie hatte das Gefühl, ihm am liebsten alles auf einmal erzählen zu müssen, denn es war noch nicht ganz durchgesickert, dass er jetzt endlich wieder da war und bleiben würde, aber sie wollte ihn auch zu nichts drängen. „Ich bin sooo froh dich zu sehen.“, strahlte sie dann doch noch.
05.09.2018, 11:16



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