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Steckbrief Hell yes!

Junior Member
Beiträge:5

Sina
Offline

#1
Hell yes!



[Bild: 2fb4f39eaf887a86c15cf3411211f19c.gif]

NAME: Noelan "Noel" Maxwell

ALTER & GEBURTSTAG: 23 Jahre alt & 21.08.1995

BERUF: Student (englische Literatur)
Zumindest ist er dies noch. Sein Onkel stellt die finanziellen Mittel bereit, damit er die Universität besuchen kann. Noel steckt allerdings einen beachtlichen Teil der Unterstützung seines Onkels in Drogen und nicht in seine Ausbildung oder die Unterkunft in einem Studentenwohnheim. So sollte es eigentlich sind.

WOHNORT: Vancouver
Dort lebt er mal hier und mal da. Seit er aus dem Studentenwohnheim geflogen ist, weil er die Miete nicht mehr bezahlt hat, kommt er bei Freunden unter. Das wechselt immer. Mal bei dem einen, mal bei dem anderen und zwischendurch bleibt er auch mal eine Nacht auf der Straße. Das ist inzwischen etwas, woran der 23-jährige sich gewöhnt hat.

CHARAKTEREIGENSCHAFTEN:
# Stur # Nachtragend # Willensschwach # Leicht zu beeinflussen # Kreativ # Aufmerksam # Klug # Belesen # Humorvoll # Nachdenklich # Philosophisch # Redegewandt # Überzeugend # Manipulativ # Unsicher # Rastlos # Impulsiv # Liebevoll # Eifersüchtig # Hilflos # Verloren # Ziellos # Tolerant # Weltoffen # Sportlich # Leidenschaftlich # Unruhig # Emotional

FAMILIE:
Vater: Carson Maxwell
"Mein Vater. Ein Mann, der sicherlich gute Absichten hatte, aber kein Selbstbewusstsein. Ich schätze von ihm habe ich diesen Hang zur Sucht, denn er hat sich schon vor Jahren zu Tode gesoffen. Cheers, Daddy! Als ich ein Kind war, warst du mein Held. Aber wer sein Herz an eine Firma hängt, die zusammen mit der Finanzkrise einstürzt anstatt an seine Familie, hat es wohl nicht besser verdient. Was meinst du? See you soon!"

Stiefvater: George Ulrich
"Mein Stiefvater ist ein toller Mann. Als ich das erste Mal bei ihm und meiner Mom in Florida war, habe ich gesehen, wie sie ihn angesehen hat. So hat sie meinen Vater nie angesehen. Natürlich tut das ein bisschen weh, aber es ist umso schöner, dass sie jetzt glücklich wird. George behandelt meine Mom wie eine Königin und nicht weniger als das hat sie verdient."

Mutter: Phillipa Ulrich (gesch. Maxwell; geb. Liu-Walker)
"Meine Mutter ist ein Engel, aber sie ist nicht stark genug um mit mir klar zu kommen. Ich verstehe das und ich will ihr nicht noch mehr weh tun. Wohlmöglich ist sie eine der wenigen Personen, die ich noch nie in meinem Leben beschuldigt habe - nicht in meinem Kopf, nicht im Rausch, nicht im Streit - für meine Situation verantwortlich zu sein. Meine Mom hat alles immer nur besser gemacht. Wie könnte sie Schuld sein?"

Bruder: Elio Maxwell
"Elio war mein bester Freund, zumindest bis unsere Eltern sich und damit uns getrennt haben. Wir haben uns nicht nur geographisch weit voneinander entfernt. Mein älterer Bruder und ich haben uns in zwei völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt. Er ist heute Harvard Stipendiat. Ich meine, Hallo?! Das ist doch krank!"

Halbschwester: Lenya Ulrich
Halbbruder: Baxton Ulrich
"Baxton ist 15 Jahre jünger als ich und zwischen mir und Lenya liegen ganze 18 Jahre. Sie sind meine jüngeren Halbgeschwister. Der Kontakt ist nicht so eng, weil ich es einfach zu oft verkackt habe. In den Zeiten, in denen ich aktiv Drogen genommen habe, durfte ich sie verständlicherweise nicht sehen. Leider war das ziemlich viel Zeit, die da flöten gegangen ist."


LEBENSLAUF & BESONDERE EREIGNISSE:
"Geboren und aufgewachsen bin ich in New York. Die Stadt der Late Night Talkshows, des Broadways und der Musik. Mein Leben verlief zunächst auch wie etwas, was einer Bilderbuchvorstellung wohl erschreckend nah kommen dürfte. Vielleicht war es von Anfang an auch zu schön um wahr zu sein und musste irgendwann in die Brüche gehen. Ich bin Anhänger der Theorie, dass die Dinge immer nach dem größtmöglichen Chaos streben. Zerstreuung und Zerstörung liegt in der Natur des Lebens. Deswegen gehen Gläser kaputt, wenn wir sie fallen lassen. Irgendwann wurde ich fallen gelassen und das ist meine Geschichte.

Wir befinden uns im Jahr 1991 am 04.Juli in Manhattan New York. Der Independence Day wird in der ganzen Stadt wird dieser Tag von vielen Menschen groß gefeiert. Man kann allerdings offen bezweifeln, dass die feierwütigsten unter ihnen auch die sind, die sich der Bedeutung des Tages am meisten bewusst sind. Wohl eher nicht. Für den jungen Bänker Carson Maxwell war es eine Gelegenheit um aus dem Büro zu kommen. Seit er sich für eine Anstellung bei der Privatbank seines Vaters, Maxwell & Co entschieden hatte, hatte er seine Freunde kaum noch gesehen. Man sollte meinen, dass es für den Sohn des Oberbosses leicht sein sollte, aber so einfach war das nicht. Carson ist mit seinen 28 Jahren das jüngste von drei Kindern in seiner Familie und hatte sich immer wie das ungeliebte Kind gefühlt. Wenn man sich so fühlt, dann kämpft man nie nur gegen den Gegenwind und die Herausforderungen an, mit denen man sich konfroniert sieht. Es reicht nicht nur gut zu sein, denn neben realen Kämpfen um seine Träume zu erreichen, muss man ebenso einen mentalen Kampf führen. Sind diese Gefühle dann sogar Realität und nicht nur Empfindungen, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Und dennoch, wenn man sein Herz an etwas gehängt hat, dann gibt man nicht auf. Man will nicht loslassen und das geht so weit, dass man sich selbst irgendwann an einer Aufgabe verliert. Es folgt kein Aufgeben der Aufgabe, sondern eine Aufgabe der eigenen Person.

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag 1992 waren möglicherweise auch nichts anders, als ein Tag an dem Chaos und der Ausbruch aus dem eigenen Leben gesellschaftlich anerkannt und legitimiert wird. Das kam Phillipa Liu-Walker wohl ebenso gelegen, wie Carson Maxwell. Phillipa Liu-Walker war zu diesem Zeitpunkt eine 22 jährige Schönheit. Eine moderne amerikanische Frau mit einem aufregenden exotischen Touch, den sie ihrem aus China eingewanderten Urgroßvater zu verdanken hat. Leider stammt sie nicht aus einer so gutbetuchten Familie. Einige würden dies wohl mit der simplen Tatsache hinnehmen, dass jeder reich werden kann, aber nicht alle. Andernfalls würde dieses System nicht funktionieren. Die Alternative zu dieser Theorie, die durchaus zutreffend sein könnte, wäre deutlich unbequemer und trägt den Namen Rassismus. Obwohl das vermeidliche Familienoberhaupt Jack Walker keinen erkennbaren Migrationshintergrund hat, kann man in einem Durchschnittsjob nur schwerlich die finanzielle Last einer fünfköpfigen Familie alleine tragen, während der Frau und den Kindern Steine in den Weg gelegt werden. Ganz richtig. Der finanziell arme Mann wurde familiär reich beschenkt, mit zwei Töchtern und einem Sohn. Leider konnte er es sich nie leisten eins seiner Kinder aufs College zu schicken.

Kurzer Einwurf in die Geschichte: Jack Walker starb am 21.08.1996 um 0:50 an einem Herzinfakt. Deswegen wurde mein erster Geburtstag nicht gefeiert. Viel interessanter ist vielleicht, dass sich trotz der ärztlichen Feststellung der Todesursache, sich in der Familie die Überzeugung manifestiert hat, dass mein Großvater an einem gebrochenen Herzen starb. Am Tag zuvor wurde sein jüngstes Kind, sein Sohn, im Zusammenhang mit Drogen verhaftet und verlor dadurch sein Stipendium. Damit ist die letzte Hoffnung in Jack Walker erstickt, dass seine Kinder eines Tages sozial aufsteigen würden und besser gestellt sein würden, als er es ihnen ermöglichen konnte. Mein Onkel nahm sich 185 Tage darauf vor lauter Schuldgefühlen das Leben und damit war spätestens für den letzten Nachbarn der Familie Liu-Walker in Brooklyn klar, dass auf dieser Familie ein Fluch liegen musste. Plötzlich ging die Absonderlichkeit dieser Familie über die goldenen Winkekatzen und das Essen mit Stäbchen hinaus.

Doch zurück zum 4.Juli.1991. Wenn man an diesem Tag durch die richtigen Straßen ging, dann konnte man an jeder Ecke in Kneipen und Clubs den Herzschlag der Stadt spüren. Pulsierende Beats der Musik und die Herzschläge der unterschiedlichsten Menschen, die sich am Glück berauschten. Das Gefühl, dass der Alltag eines jeden pausiert wurde. So auch im Wild Cooper. Eine Rooftopbar nah des Central Parks und da geschah es. Carson Maxwell und Phillipa Liu-Walker trafen aufeinander. Als ihre Blicke sich trafen, war es wie ein zwischenmenschliches Feuerwerk. Shakespeare Anhänger würden es wohl als Liebe auf den ersten Blick bezeichnen, wohingegen ich da skeptisch bin. Ich stelle mir eher die Frage, welche Umstände zu diesem magischen Moment geführt haben. In einer Stadt wie New York City mit so vielen Menschen, so vielen Parties an diesem Abend und ausgerechnet diese beiden Menschen begegnen sich in dieser Nacht. Dieser Gedanke ist faszinierend für mich. Purer Zufall in einer chaotischen Welt oder ein Zeichen dafür, dass es trotz diesem unendlichen Chaos in all seinen Verstrickungen doch eine Art Fügung der Ereignisse gibt, die zu vorbestimmten Dingen führen. Vermutlich gehört dies zu den großen Geheimnissen des Lebens, die sich niemals klären lassen werden. An dieser Stelle sind wir jedoch am Ende aller Romantik, die sich in dieser Geschichte finden lässt. Da wir uns in der echten Welt und nicht in einem Shakespear Epos befinden, endet dieser Abend nicht damit, dass Phillipa und Carson zusammen durchbrennen und heiraten, sondern mit leidenschaftlichem Sex von zwei Betrunkenen auf dem Klo des Wild Cooper. Glücklicherweise wurden Nummern an irgendeinem Punkt des chaotischen Abends ausgetauscht, sonst hätte Phillipa keine Gelegenheit gehabt einige Wochen später Carson über ihre Schwangerschaft zu informieren. So entstand mein älterer Bruder Elio und die Weichen für eine gemeinsame Zukunft wurden gestellt.

Durch familiären Druck gab es gar keine andere Möglichkeit für Phillipa und Carson als zu heiraten. Besonders die reichen Maxwells, die durchaus gesellschaftliches Ansehen genossen, konnten es sich nicht erlauben Schlagzeilen mit einem unehelichen Kind zu machen, welches unter zweifelhaften Umständen entstand. Für Phillipa bedeutete diese Ehe finanzielle Sicherheit. So wurde der Bund der Ehe bereits am 24.August.1991 geschlossen und aus Phillipa Liu-Walker wurde Phillipa Maxwell. Am 01.April.1992 kam dann mein Bruder Elio Maxwell zur Welt.

Die kleine mehr oder weniger glückliche Familie zog in eine moderne Wohnung in Uptown. Es war nicht so, dass Carson und Phillipa nicht verliebt waren, aber dennoch wurden beide sehr in diese Ehe hinein gedrückt. Selbst wenn es etwas gewolltes ist, kann etwas so negatives wie ein Zwang, ein Glück so wirken lassen, als wäre es eine Bürde. Vielleicht haben meine Eltern sich in den kommenden Jahren auch in diesem Gefühl verloren. Ich bin mir sehr unsicher wann genau es passiert ist, aber irgendwann sind meine Eltern auseinander gedriftet. In den kommenden Monaten nach der Geburt meines Bruder und dem Umzug bekam mein Vater die Chance sich in den Bankgeschäften der Familie hochzuarbeiten. Wenn er auch das jüngste Kind seiner Familie war, war er der erste mit einem männlichen Nachkommen und somit einem möglichen Erben des Maxwell Imperiums. Somit folgte mehr Verantwortung und mehr Arbeit. Das war sein Lebensmittelpunkt. Elio wurde mit Geschenken und Aufmerksamkeit von unserem Großvater, Norman Maxwell, überschüttet. Immerhin etwas.

Das Eheleben wurde rauer und distanzierter. Dennoch wurde meine Mutter erneut schwanger, was an dieser Stelle der Geschichte auch sinnvoll ist, denn sonst würde es mich wohl nicht geben. Die Monate zogen ins Land. Die Tage kamen und gingen. In dem Bauch meiner Mutter wuchs das zweite Kind heran und sie wurde immer mehr in eine Rolle gedrückt, die sie nie haben wollte. Hausfrau und Mutter. Mehr nicht. Nicht, dass es sich nicht erfüllend für sie anfühlte Mutter zu sein. Sie hat uns mehr geliebt als alles andere, aber dieses mehr nicht ist das Problem. Der riesige Stein auf dem Weg ihres Lebens, den sie einfach nicht aus dem Weg räumen oder bezwingen konnte. Die Sonne ging auf und unter. Jeden Tag. Bis es wieder soweit war und Phillipa Maxwell am 21.08.1995 ihr zweites Kind zur Welt brachte. Mich. Noelan Maxwell. Und das ist schwierig zu erklären. Ich sehe aus, wie mein Bruder. Ich wurde im gleichen Krankenhaus geboren, wie mein Bruder. Meine Mutter hat mich nach der Geburt angesehen, mit der gleichen Liebe und Fürsorge, wie meinen Bruder. Abgesehen davon, war alles so anders. Mein Vater war in einem Meeting, während ich das Licht der Welt erblickte. Also schnitt mein Großvater, Jack Walker, die Nabelschnurr durch. Die Familie meiner Mutter war da und auch mein Onkel George Maxwell kam ins Krankenhaus, als er von der Geburt seines jüngsten Neffen erfuhr. Aber von Norman Maxwell gab es lediglich einen Blumenstrauß, der ins Krankenhaus geliefert wurde. Mein Vater erfuhr erst am Abend von meiner Geburt als er es für angebracht hielt den Anrufbeantworter in seinem Büro abzuhören. Das war der Tag meiner Geburt.

Von da an lebte ich in dieser tollen Luxuswohnung in Uptown. Ich hatte einen Bruder und dennoch ein riesiges Zimmer für mich alleine. Meine Eltern waren verheiratet, mein Vater erfolgreicher Bänker in dem familiären Bankunternehmen und mein Bruder hatte gute Chancen darauf dieses Imperium eines Tages zu erben, da die Hälfte der geschwisterlichen Masse unseren Vaters als völlig beziehungsunfähig und kinderlos definieren ließ und die anderen Hälfte als uncharismatisch. Mein beziehungsunfahiger Onkel George zog sich übrigens wenig später aus dem Familiengeschäft zurück und fing an für die Firma White & Foreman zu arbeiten. Medien und Management. Dies sollte sich als die beste Entscheidung seines Lebens herausstellen. Für meinen Vater hingegen schien sich das Blatt endlich zum Guten gewendet zu haben. Er war plötzlich der Lieblingssohn und bekam die berufliche Stellung, die er sich wünschte. Für ihn ging es immer nur um Geld und Macht. So ein Mensch war er schon immer. Doch dieses Ziel erreicht zu haben, schien ihm einen inneren Frieden zu geben und er blühte auf. Der große Carson Maxwell schien endlich dazu in der Lage zu sein, inne zu halten und am Wochenende auch mal Zuhause zu sein. Wieder die Schönheit seiner Familie bewusst wahrzunehmen und mit seinen Jungs zu spielen. Auch meine Mutter empfand ihre Rolle innerhalb der Familie anders. Zwar hat sie sich wohl in ihrem ganzen Leben nie komplett erfüllt gefühlt, aber als Ehefrau wieder wahrgenommen zu werden und nicht einfach nur da zu sein, hat ihr ebenfalls sichtlich gut getan. Jetzt sind wir an diesem Punkt angekommen, der Punkt, den ich gerne Bilderbuchpunkt nenne. Ich habe viel über mein Leben nachgedacht und das war meine Zeit, mein Moment in dem ich die perfekte Familie hatte. Etwas, was zu schön war um wahr zu sein. Sicherlich ist dies auch der Tatsache geschuldet, dass ich alles durch die Augen eines Kindes gesehen habe. Die Zeitspanne in der ich 6 Monate bis ungefähr 12 Jahre alt war, würde ich als unbeschwert beschreiben. Ein Leben, welches surreal zu allem anderen verlaufen ist, denn man spürt das Leben und die Last dessen nicht auf seinen Schultern. Man ist geschützt. Die Last wird von anderen getragen, als wären es Pfeiler eines Gartenpavillions und so lange man sich als Kind unter diesem Pavillion befindet, kann einem nichts etwas anhaben.
(Anmerkung A)

In dieser Zeit entwickelte ich irgendwann mein Bewusstsein. Die Phase, wenn Kinder anfangen sich selbst wahrzunehmen, andere wahrzunehmen und sich erste Erinnerungen manifestieren. Ich erinnere viele positive Dinge und vor allem, dass ich es geliebt habe einen 3 Jahre älteren Bruder zu haben. Ich erinnere mich an der spielen im Garten mit ihm und daran, wie er mir die Welt erklärte. Elio hat alles mit mir geteilt, sein Spielzeug und seine Zeit. Auch als wir älter wurden, wurde er nie zu cool um mit mir, seinem kleinen Bruder, zu spielen. Elio hat seine Zeit mit mir geteilt und ich habe gelernt, dass es kein größeres Geschenk und kein größeren Liebesbeweis als diesen gab. Wir sind Jungs und neigen immer dazu Gefühle nicht auszusprechen, auch wenn sie offensichtlich sind. Wenn ich mich richtig erinnere, dann haben Elio und ich einander in all den Jahren nie gesagt, dass wir uns lieb haben. Ich habe meinem Bruder nie gesagt, wie sehr ich ihn liebe und vergöttere. Wie sehr ich immer sein wollte, wie er. Aber ich weiß, dass er mich liebt. Vielleicht hat er mich auch irgendwie verstanden. Taten und Erlebnisse sagen schließlich mehr als tausend Worte. Ich erinnere gemeinsame Picknicks im Central Park am Sonntag morgen und an das gemeinsame Fußballspielen mit meinem Vater und meinem Bruder. Wenn ich an die Zeit zurück denke, dann habe ich mich immer glücklich gefühlt.

Eines Tages wurde ich eingeschult und damit zum ersten Mal mit anderen Kindern konfrontiert, die außerhalb meiner perfekten Familienblase lebten. Ich wollte sie gar nicht kennenlernen oder Freunde finden. Es war mir immer ein Rätsel, wieso die Erwachsenen um mich herum es immer als so toll anpriesen seine Zeit mit anderen Kindern zu verbringen. Wieso? Ich fand sie alle samt uninteressant und mied sie vielleicht auch, weil ich nicht wollte, dass sie die Blase in der ich lebte, zerstören könnten. Mir war irgendwie wohl doch bewusst, dass wir keine ganz normale Familie waren. Von Anfang an war ich wohl ein Außenseiter, aber so lange es mir in meinem familären Umfeld gut ging, war es mir egal. Schule schien etwas Notwendiges zu sein und ich stellte es nicht in Frage, obwohl das System für mich nie passte. Es fiel den Leuten auch in den darauffolgenden Jahren immer leichter, mich als dumm oder absonderlich hinzustellen anstatt zu akzeptieren, dass ein graues Klassenzimmer mit einem Stück von Goethe vorgelegt zur Analyse, nicht für jeden die richtige Methode ist um etwas zu lernen. Nicht, dass die Aufgabe schwer wäre. Später habe ich solche Analysen freiwillig und aus reinem Interesse geschrieben, aber es einfach die falsche Art und Weise des Lernens in der Form, wie ich es empfand. Vor allem war dies nicht die richtige Strategie um Schüler etwas über das Leben lernen zu lassen. So lange ich zur Schule ging, habe ich es immer als das Gegenteil von dem wahren Leben empfunden, obwohl ich noch sehr jung war. Das wahre Leben kannte ich nicht, aber ich glaubte es mir vorstellen zu können und das Erlebnis der Insitution Schule wich stark von meinen Lebensvorstellungen ab. Ich kämpfte mich durch einen Schultag nach dem anderen um dann wieder glücklich in meine Familienidylle zurückzukehren und am Wochenende blühte ich auf. Das war meine Strategie als Außenseiter meinen Alltag zu überleben. Während jüngere Kinder Außenseiter einfach ignorieren, fangen sie an, einen zu ärgern sobald sie älter werden. Ich erinnere mich daran, dass ich irgendwann meine Schulbücher aus der Toilette fischen durfte und da mein Bruder schon die High School besuchte zu diesem Zeitpunkt, konnte er mir nicht helfen. In diesem Moment habe ich mich erstmals komplett hilflos gefühlt und dieses Gefühl habe ich gehasst. Doch da meine Welt Zuhause perfekt war, konnte ich auch darüber lange hinweg sehen. Als das perfkte Familienleben Zuhause anfing Risse zu bekommen und schließlich, wie bei einem alten Gemälde, die Farben begannen abzublättern, wurde die Schule für mich die Hölle.
(Anmerkung B)

Meine Familie fängt an auseinander zu brechen
im Oktober des Jahres 2006. Ich bin 11, mein Bruder 14. Es sind die letzten Monate, bevor das Geschäft meiner Familie zusammenbrach. Mein Vater wusste etwas und es war belastend für ihn. Die Arbeit und die Angst vor dem Verlust des Reichtums elektrisierten meinen Vater. Der Druck unter dem er stand, zog sich durch seinen ganzen Körper und beeinflusste sein Denken und Handeln mehr als alles andere. Er hätte sich absetzen können, aber die emotionale Verbundenheit zu dem Unternehmen und die Hoffnung waren wohl größer. Trotzdem blieb da diese Angst. Die Angst davor, dass er persönlich alles verlieren würde. Dabei hingen so viele Schicksale daran. Die Verfassung meines Vaters wirkte sich auf unser Leben Zuhause aus. Es gab immer wenige familiäre Momente. Keine Spiele mehr und spürbar ging diese Unbeschwertheit in meinem Leben verloren. Mein Vater war ein Pfeiler des Pavillions und er wurde in dieser Funktion zerstört. Ich konnte fühlen, wie mein Zuhause sich von Tag zu Tag immer unsicherer angefühlt hat. Meine Eltern stritten offen und leidenschaftlich. Sie konnten es nicht mehr vor ihren Kindern verbergen und Elio und ich konnten es nicht mehr übersehen, so sehr wir auch wollten. Alles ging immer mehr kaputt und mein Vater fing sogar an, meine Mutter zu schlagen. Als das passierte und ich es mitbekam, hat es sich falsch angefühlt, aber als Kind sucht man gleichzeitig nach Gründen. Man verliert seine Familie immer mehr und fragt sich, wer der schuldige ist. Mein Vater sprach immer von Provokation und den Problemen, die er hatte. Es war überzeugend und schlüssig. Ich glaubte zu wissen, dass mein Vater keine andere Wahl hatte, als seine Frau durch schläge wieder auf Kurs zu bekommen und das er nicht grausam sein wollte. So schienen die Dinge der Erwachsenen zu laufen und das akzeptierte ich.

2007 fuhr dann alles wofür meine Familie gearbeitet hatte zur Hölle. Die Maxwell Banken mussten dicht machen. Als die Büroräume der Zentrale auf der 45. Straße geräumt wurden, fand man meinen Großvater Norman Maxwell in seinem Büro. Er hatte sich aus Verzweiflung erhängt. Mein Vater war von dem einen auf den anderen Tag arbeitslos, gab sich die Schuld an dem Tod seines Vaters und fing an zu trinken. Die Situation Zuhause wurde zu einem Hexenkessel und die ganz persönliche Hölle für meine Mutter Phillipa. Sie verließ ihren Ehemann und wollte uns Kinder mitnehmen, aber ich gab ihr immer noch Schuld an allem, was passiert war. Mein Rückzugsort wurde zerstört und ich glaubte, die Verantwortung dafür lag bei meiner Mutter. Demnach weigerte ich mich auch mit meiner Mutter und Elio nach Florida zu ziehen. Ich traf die Entscheidung bei meinem Vater zu bleiben.

So gab es nur noch meinen Vater und mich, dabei wollte ich eigentlich nur meine Familie zurück. Ich war so wütend und zog mich immer mehr zurück. Selbstverständlich verloren wir die schöne Wohnung in Uptown und mussten nach Brooklyn ziehen. Zwei Zimmer, gerade genug Platz für uns Beide und die Alkoholsucht meines Vaters. Ich war nun 13 Jahre alt und wurde zum Organisator unseres Lebens. Immer mehr übernahm ich Verantwortung für mein eigens Leben und für das meines meist betrunkenen und frustrieten Vater. Nachdem meine Mutter neu heiratete und eine vernünftige finanzielle Grundlage hatte, ermöglichte sie mir in den Ferien von New York nach Florida zu fliegen und sie zu besuchen.

Von da an bin ich immer zwischen New York und Florida hin und her geschoben worden, wenn ich Ferien hatte. Ich habe mich weder bei meiner Mutter, meinem Bruder und Halbgeschwistern in Florida, noch bei meinem Vater in New York wirklich Zuhause gefühlt. Es hat sich angefühlt als hätte ich gar kein Zuhause mehr. In meiner Freizeit habe ich viel gelesen. Herr der Fliegen, Der Fänger im Roggen, Fahrenheit 451, Wer die Nachtigall stört - für meinen Englisch Lehrer war ich ein Segen, aber sonst wusste ich nicht viel mit mir anzufangen. Aber an der High School lernte ich dann Ally kennen.
Und ja, ich habe mich fast augenblicklich Hals über Kopf in Ally Beaufort verliebt. Ab diesem Moment war sie mein Zuhause. Ich wollte für immer mit ihr zusammen sein, sie beschützen und irgendwann auch besitzen. Es hätte ewig so weiter gehen können. Wir hätten die High School abgeschlossen, wären zusammen auf College gegangen, im letzten Jahr hätte ich sie gefragt, ob sie mich heiraten will und sie hätte "ja" gesagt. Nachdem College wären wir dann zusammen gezogen und hätten uns unser Leben aufgebaut. Ganz nach unseren Regeln und Vorstellungen. Das war mein Traum, aber das Universum strebt nach Zerstreuung und Chaos.

Die Welt ist ungerecht und wenn jemand Glück hat, wird es einem nicht gegönnt. Ally war schön. Vielleicht war sie auch zu gut für mich, aber sie war meine Freundin. Mein Zuhause. Nachdem ich bereits einmal die wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren habe, hatte ich Angst, es könnte mir erneut passieren. Jede Situation zwischen Ally und einem anderen Mann war für mich eine potenzielle Gefahr. Es hat mir keine Ruhe gelassen, denn natürlich war ich eifersüchtig. Welcher Typ wäre das nicht, wenn er mit jemandem wie Ally zusammen ist? Die Belastung für mich und meine Beziehung war enorm, aber dann kommen wir zu dem Punkt, an dem es kippte.

Wir waren 16 und ich war mit Ally auf einer Party bei einem Mitschüler. Wir hatten uns gestritten, wegen irgendeiner Kleinigkeit. Völlig irrelevant, denn heute erinnere ich mich gar nicht mehr daran, worum es ging. Doch was auf diesen Streit folgte ist wichtig. Ally ist abgehauen und ich habe mich völlig verrückt gemacht mit den Gedanken, dass ich sie verliere oder sie sich auf einen anderen einlassen würde. Um runter zu kommen, habe ich Alkohol getrunken. Eine Menge. Nicht unbedingt das erste Mal, dass ich mich habe voll laufen lassen. Schon davor habe ich Erfahrungen mit Alkohol, Gras und Ecstasy gemacht. An diesem Abend bin ich über ein paar Ecken an Methamphetamin gekommen und habe es mit Mitschülern ausprobiert. Es war eine durchaus erweiternde Erfahrung. So einen Kick hatte ich noch nie und es war fantastisch. Man kann dieses Gefühl nur sehr schwer beschreiben, aber für mich war es wie eine Erlösung von meinen Schmerzen und meinem Leid, meine Sorgen und meinen negativen Gefühlen. Es ist als würde man seinen Geist befreien von allem, was belastend ist. Ich habe es geliebt, aber mir war auch klar, dass es die Gefahr gibt darauf hängen zu bleiben.

Nach diesem Abend habe ich versucht die Finger von Methamphetamin zu lassen, aber es hat mich agressiv gemacht. Ich rutschte also in eine lange und intensive Kifferphase ab um diesen Drang nach Metamphetamin zu unterdrücken. Im Grunde war ich ständig stoned. Ich habe viel gezeichnet und geriet immer mehr in eine Schieflage. Gegenüber Ally würde ich immer besitzergreifender. Irgendwann hat sie mich verlassen. Ich habe mich betrogen und allein gefühlt. Mein Ärger und dieser seelische Schmerz war tiefer und intensiver als alles andere, was ich jemals erlebt habe und ich wollte diesen Schmerz nicht fühlen. Also habe ich wieder Methamphetamin konsumiert. Wenig später wurde mein Vater mit einem Leberschaden ins Krankenhaus eingeliefert. Nachdem er drei Tage im Koma lag, verstarb er. Und wieder war da dieser Schmerz und die Lösung: Methamphetamin. Ich habe meinen Schmerz nicht mehr gespürt, aber ich habe Ally verantwortlich gemacht - für alles. Ich wollte ihr weh tun, weil sie mir das Herz gebrochen hat. Sie hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Meine große Liebe hat sich von mir abgewendet und ich habe das nicht ertragen. Gleichzeitig brauchte ich Geld für meine Drogen. Da kam es mir nur gelegen, dass mich zweifelhafte Gestalten kontaktierten. Sie wollten Informationen über Ally und ihre Familie, wofür sie mir viel Geld angeboten haben. Ich habe immer geahnt, dass Allys Familie keine weiße Weste hat, aber es war doch überraschend, dass es Menschen gab, die gezielt nach ihnen suchten und mir Geld boten. Einen Haufen Geld und es war so einfach. Ich habe weniger lange gezögert, als ich es hätte tun sollen, bevor ich die Informationen verkauft habe. Ich wusste nicht genau, was passieren würde. Natürlich habe ich geahnt, dass ich etwas schreckliches tue, denn sonst wäre mir nicht so viel Geld angeboten worden. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie Allys Mutter töten.

Als ich davon erfahren habe, habe ich versucht Ally beizustehen und ihr wieder nah zu sein. Es lag irgendwie nah, weil wir beide noch viel füreinander übrig hatten und immerhin das Schicksal teilten Elternteile vor kurzem verloren zu haben, auch wenn ich meinem Vater zum Schluss nicht mehr besonders nah stand. Ich hatte erwartet, dass es mir besser gehen würde, wenn Ally leidet, aber das war nicht so. Mir wurde immer mehr klar, dass ich ihr Leben zerstört habe und sie wollte Rache. Natürlich hatte ich Angst, dass sie erfahren könnte, was ich getan habe. Noch schlimmer war nur sie leiden zu sehen und zu wissen, dass sich Schuld daran war. Ich habe sie immer geliebt.

Direkt nach den Abschlussprüfungen bin ich von New York nach New Jersey zu meinem Onkel gezogen, der wohl der Einzige aus der Familie meines Vaters war, der finanzielle noch nicht komplett abgebrannt wurde und es sich leisten konnte mich aufzunehmen. Von meinem Geld und Ally habe ich ihm nie etwas erzählt, aber von den Drogen. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich zum ersten Mal Hilfe wollte. Es folgte ein Entzug über sechs Monate in Wisconsin. Seitdem hasse ich Wisconsin. Danach war ich allerdings clean. Für 16 Wochen und 4 Tage zumindest. Dann wurde ich wieder rückfällig.
Ich war dann noch eine Weile bei meinem Onkel und es war alles sehr chaotisch. Ich habe erst versucht es zu verheimlichen, aber eigentlich war ich die ganze Zeit drauf. (Anmerkung C)
Dann wurde ich in einen Entzug in Idaho gesteckt und so lernte ich Idaho zu hassen. Dieses Mal haben wir ein neues Konzept ausprobiert 3 Monate Klinik und dann Zuhause in New Jersey mit Selbsthilfegruppe. Ich glaube, die Ärzte konnten meinen Onkel beruhigen, was meinen letzten Rückfall anging mit dieser dämlichen Rückfälle sind Bestandteil der Heilung. Inzwischen denke ich, dass eine Heilung Bullshit ist. Darauf komme ich später zurück.

Die Selbsthilfegruppe habe ich nach 6 Wochen nicht mehr besucht und der erste Konsum nach dem Entzug in Idaho folgte 18 Wochen später. Das war heftig und das Zerwürfnis mit meinem Onkel war heftig. Mein Onkel hat sich aus der für ihn toxischen Beziehung mit mir befreit und mich rausgeschmissen. Ich habe also wieder auf der Straße gelebt und bei Freunden. Mein Leben bestand daraus mich von Kick zu Kick zu schleppen, aber irgendwann hatte ich kein Geld mehr für Drogen. In diesem Moment kontaktierte ich meinen Onkel erneut, natürlich nur wegen dem Geld. Aus Erzählungen weiß ich, dass ich ein hoch manipulatives Miststück war. Das ich versucht habe, ihn zu manipulieren war mir auch damals in der Situation klar, aber ich wusste nicht, wie grausam es war. Mein Onkel ist allerdings hart geblieben und ich habe ihn eine Weile nicht mehr gesehen.

Mit 21, vor zwei Jahren, hatte ich eine Überdosis. Als ich im Krankenhaus aufwachte fragte mich so ein Typ, was mein Problem sei. Ich sagte: "Ich bin Alkohol- und Drogensüchtig." Der Typ schüttelte den Kopf. Er entgegnete mir "Das ist nicht dein Problem. Damit versuchst du deine Probleme zu lösen."
Ich weiß nicht, aber irgendwie hat es etwas in mir ausgelöst. Mein Onkel hat natürlich von meiner Überdosis erfahren und kam zu mir ins Krankenhaus. Wir haben lange geredet und ich entschied mich dazu meinen dritten Entzug zu machen. Dieses Mal in der einöde Texas, aber ich muss sagen. Ich mochte Texas.

Nach knapp 8 Monaten war mein Entzug in Texas beendet und ich war clean, fest entschlossen für immer clean zu bleiben. Ich zog von Texas direkt zu meiner Mutter und ihrer Familie nach Florida. Es war eine tolle Zeit und mein Onkel vesuchte uns oft. Als ich insgesamt 1 Jahr clean war, etwas was ich zuvor nie geschafft habe, wollte ich endlich mein Leben in die Hand nehmen. Ich war schon 22. Ich hatte all diese Jahre nach der High School verschwendet. Die nächste Station war nur eine logische Konsequenz, College. Mein Onkel erklärte sich sogar bereit es zu zahlen, auch wenn es über den Ort lange Diskussionen gab. Ich wollte weit weg und ganz neu anfangen. Meine Wahl fiel auf Vancouver, Kanada. Mein Onkel hat sich riesige Sorgen gemacht, aber ich konnte ihn überzeugen.

So kam ich tatsächlich ans College in Vancouver. Das erste Semester lief an sich super, aber wir sprechen immer noch von einem College. Parties, Alkohol, Gras, Speed, Kokain, MDMA, Pilzen und Methamphetamin. Das ist die traurige Wahrheit. Es ging mir so gut im ersten Semester, ich habe meine Kurse geliebt, mein Mitbewohner war cool und ich hatte sogar eine Freundin, aber ich bin wieder abgestürzt. Ich habe mein Zimmer im Wohnheim verloren, weil ich das Geld in Drogen investiert habe. Mein Onkel weiß nichts davon, aber früher oder später werde ich mein Studium an die Wand fahren, man wird mich auffordern nach Hause zu kommen und sie werden es erfahren. Mein Onkel, meine Mutter, mein Stiefvater, meine Geschwister... Ich weiß, dass sie das nicht nochmal schaffen.

Realtalk: Ich habe alle Menschen in meinem Leben enttäuscht, verletzt, verloren, beklaut, betrogen und hintergangen. Aber mir selbst nehme ich die Chance auf ein normales Leben und ich kann nicht mal erklären, wieso. Ich hatte das alles vor Jahren schon so satt, aber mein erster Methamphetamin Rausch war anders als alles, was ich jemals in meinem Leben gefühlt habe und ich möchte das wieder spüren. Aber egal, was ich versuche, es ist nie wie beim ersten Mal. Und der Preis für all das wird immer höher. Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen ich wäre an meiner Überdosis gestorben. Es hätte mehr Frieden gebracht."




ANMERKUNGEN
Noelan ezählt sein Leben aus seiner Sicht. Diese Subjektivität verschluck allerdings einige Details, da Noel teilweise noch ein Kind oder unter Drogeneinfluss stand. Demnach kommen hier noch einige Einwürfe zu dem, was ihm entgangen ist oder von Noel nie bewusst wahrgenommen wurde.

Anmerkung A
Noel erinnert sich an eine perfekte Familliensituation. Teilweise, weil er sich wünscht sich an solche perfekten Zeiten zu erinnern und teilweise auch, weil er als Kind nur selten Situationen bewusst wahrgenommen hat, die aus dem Rahmen der perfekten Familie fallen. Die Wahrheit ist, dass sein Vater sich zwar auch mal Zeit für die Familie genommen hat, diese jedoch dominierte. Carson übte häufig Druck auf Phillipa aus und sie lernte sich zu fügen, weswegen es auch nur selten Streit gab. Was Noel verkennt ist, dass er in dieser Zeit stark geprägt. Wenn auch unbewusst, wurde er davon beeinflusst, wie sein Vater seine Mutter klein hielt und dominierte. Das alles kam mit so einer Normalität daher und ohne nach außen das perfekte Familienbild zu beschädigen, dass es für Noel natürlich ist zu glauben, dass ein Zusammenleben zwischen Mann und Frau so auszusehen hat. Große Bestandteile seines Frauenbildes stammen aus dieser Zeit.


Anmerkung B
Hier beurteilt und reflektiert Noel seine gesamte Schullaufbahn. Nicht nur bis zu seinem 12 Lebensjahr, sondern geht noch darüber hinaus.

Anmerkung C

Noelans Onkel erzählte seiner Mutter von den Drogenproblemen ihres Sohnes und in Wisconsin besuchte Phillipa ihn sogar mehrfach. An ihren ersten Besuch erinnert Noelan sich nicht mehr wirklich, weil er einen Nervenzusammenbruch hatte. Nach dem Entzug war er sogar 4 Wochen bei seiner Mutter und seinen Geschwistern in Florida. Er hat sogar surfen gelernt und erstmals ein tolles Verhältnis zu seinem Stiefvater aufgebaut. Er kehrte dann zurück zu seinem Onkel nach New Jersey und hatte einen Job in einem Cafe. Für seinen Rückfall gab es keinen emotionalen Trigger. Es war wohl ein Moment der Schwäche und Noel fing wieder an zu konsumieren. Er kündigte seinen Job, zog sich zurück und machte weiter damit seine Dämonen in ein Notizbuch zu kritzeln. Von seinem Onkel zog er sich zurück und behauptete weiterhin zur Arbeit zu gehen oder sich mit Freunden zu treffen. Das mit den Freunden treffen war irgendwie auch zutreffend, aber es waren die falschen Freunde. Die Art von Freunde, die dir Stoff besorgen und mit dir konsumieren. Als sein Onkel ihn immer häufiger fragte, ob alles okay sei, reagierte Noel zunehmend gereizt. Die ganze Situation eskalierte als Noel sich eines Tages high zum Frühstück an den Küchentisch setzte. Als er gefragt wurde, ob er high sei, leugnete es und setzte seinen Onkel emotional unter Druck damit, dass es seine Schuld sei, wenn er wieder konsumieren würde.

Nach einem Streit, der sich gewaschen hatte, verließ Noel das Haus und war drei Wochen verschwunden. Zusammen mit Freunden hatte er auf der Straße gelebt und unter Brücken und in Autos geschlafen. Er hatte sich recht schnell an eine ebenfalls abhängige junge Frau rangeschmissen. Ihre Lieblingsbeschäftigung war konsumieren und Sex. An dem Abend bevor Noel freiwillig zurück zu seinem Onkel ging, erlebte er eine Überdosis der jungen Bonnie zu seinem Clyde hautnah mit. Noel war der einzige in der Nähe und zum ersten Mal hatte er Todesangst um jemanden. Glücklicherweise gelang es ihm ihr Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Danach wurde sie von dem RTW abgeholt. Das war ein Schock für Noel und am nächsten morgen stand er wieder vor dem Haus seines Onkels und bettelte förmlich darum einen zweiten Entzug machen zu dürfen.

ZWEITCHARAKTERE:
Keine

RUMOUR QUEEN:
Ja

SONSTIGES:
Gesuch von Ally Beaufort

AVATAR:
Timothée Chalamet
01.04.2019, 16:25



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